Das Emergente Selbst:

Eine Reise durch die Evolution des Bewusstseins

 

In der heutigen Zeit taucht das Selbst deutlich häufiger auf als vor 60 Jahren. Mit dieser Emergenz des Selbst tritt eine Kraft in den Vordergrund, die größer ist als das Ego und die auch die Kultur nachhaltig verändert.

Wir leben in einer Epoche des Umbruchs; er wird angetrieben von der Renaissance spiritueller Kräfte jenseits der Dogmen, und enthält als Kern das Mitgefühl für alle Lebewesen, die Erde und den Kosmos.

Eine Evolution des Selbst

Der Aufbruch vieler Menschen, die sich vom Selbst oder von ihren Spirits leiten lassen, übertrifft frühere Revolutionen. Selbst gewaltfreier Widerstand ist nicht mehr die Maxime, denn das, was jetzt aus den Tiefen des kollektiven Unbewussten auftaucht, existiert in einer Dimension jenseits der Dualität.

Diversität spielt dabei eine bedeutende Rolle. Diejenigen, die in die Tiefe der Psyche schauen und von Individuation sprechen, treffen auf andere, die sich auf schamanische Überlieferungen stützen und Seher der Anderswelten werden. Beide haben jedoch denselben Antrieb aus ihrem tiefsten Inneren.

Die Entdeckung der Psyche

Sowohl das Ego als auch das Selbst sind historisch junge Konzepte. Erst im späten 19. Jahrhundert trat das einzelne Ich in den Vordergrund. Sigmund Freud entwarf die Psychoanalyse in einer Zeit, in der das Ego vom Über-Ich der Kultur geknechtet wurde. Carl Jung entwickelte seine Lehre von den Archetypen und der Individuation, die Selbstwerdung der Menschen, basierend auf seiner Entdeckung des kollektiven Unbewussten.

Psychoidale Anderswelt

Carl Jung ordnete dem Selbst eine psychoidale Sphäre zu, die über die Psyche hinausreicht und eine universelle Seele umfasst. Diese imaginalen Welten sind für einige real, für andere nur imaginär, abhängig von der individuellen Perspektive. Jung selbst entwickelte im Laufe der Zeit die Überzeugung, dass die Psyche den Tod überlebt und dass die Erde selbst eine Seele hat.

Das psychoidale oder imaginale Erleben passt zu schamanischen Seelenreisen. Diese unterscheiden sich von aktiver Imagination, Meditation und Hypnose durch einen besonderen Bewusstseinszustand, der tiefer geht und dennoch Bewusstsein hat. Die Erfahrungen daraus bleiben in der Erinnerung als real und lebendig.

Live Ticker: das Selbst heute

In der westlichen Welt spricht man heute über die Generation Z und die Millennials. Sie seien nicht bereit, die alten Werte der Arbeitswoche und eines bescheidenen Einkommens zu bewahren. Disziplin sei nicht ihre Stärke, und soldatische Tugenden fehlten komplett.

Dieser Widerstand gegen das Auftauchen des Selbst äußert sich auch in rechten politischen Strömungen, die die Werte der vorherigen Generationen wiederbeleben wollen. Doch die Forderungen der heutigen Generationen nach Teilhabe und Individualität stehen im Mittelpunkt. Es geht um die Anerkennung des Einzelnen in seiner Eigenart, um Inklusion statt Separation.

Soldaten werden Krieger

Soldatische Tugenden verlieren an Bedeutung, während die Forderung nach Empathie und individuellen Werten in den Vordergrund tritt. Militär muss heute in der Lage sein, empathisch mit dem Gegner umzugehen und nicht nur die Bevölkerung des eigenen Landes zu schützen, sondern dem Terror effektiv entgegenzutreten. Die neuen Werte entsprechen eher dem Krieger, der strategisch und mitfühlend handelt.
Die Kräfte polarisieren sich, und das Alte kämpft gegen das Neue an. Die Frage bleibt, wie lange dieser Kampf anhalten wird. Die Evolution wird sinnvolle Entwicklungen des Bewusstseins und der Kulturen mitnehmen, anstatt sie zu verschlingen. Heute haben wir vielleicht das Glück, die Emergenz des Selbst auf kultureller Ebene miterleben und dazu beitragen zu können.

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